ROSTOCK SEAWOLVES BASKETBALL

Die Overtime-Schlacht von Itzehoe

Trotz einer kämpferischen Darbietung und großer Moral reichte es am Ende nicht für den ersten Auswärtssieg der ROSTOCK SEAWOLVES. Die Wölfe unterlagen in einem Nervenspiel bei den Itzehoe Eagles mit 100:104 (37:46, 83:83, 89:89) nach zweifacher Verlängerung. In der regulären Spielzeit holten die Gäste von der Ostsee einen 17-Punkte-Rückstand auf und retteten sich dank eines Dreipunktewurfs von Jarvis Davis in die Verlängerung. Itzehoe hatte in der zweiten Overtime die besseren Nerven und entschied dieses Nord-Derby für sich. Die SEAWOLVES stehen nach der vierten Auswärtsniederlage in Folge weiterhin auf dem neunten Tabellenplatz in der 2. Basketball-Bundesliga ProB Nord.

Itzehoe Eagles gegen ROSTOCK SEAWOLVES 104:100 n.V. (46:37, 83:83, 89:89)

Itzehoe kündigte das Duell gegen die ROSTOCK SEAWOLVES im Programmheft als „Klassiker“ an. Die Rivalität und der Respekt zwischen beiden Teams war im Vorfeld deutlich zu spüren. Auch auf den Rängen in der mit 714 Zuschauern ausverkauften Sporthalle Am Lehmwold knisterte es vor Aufregung und Spannung. Über 50 mitgereiste Rostocker Fans traten zum akustischen Schlagabtausch gegen das Itzehoer Fanlager an – und unterstützten ihr Team lautstark bei einer fast erfolgreichen Aufholjagd.

Der Spielfilm las sich wie in den Jahren zuvor: Itzehoe startete stark, traf im ersten Durchgang sechs Dreipunktewürfe, und setzte sich im zweiten Viertel zweistellig ab (30:20, 11. Min.). Bis zur Halbzeit konnten sich die SEAWOLVES wieder etwas berappeln, nachdem sie zwischenzeitlich mit 14 Zählern ins Hintertreffen geraten waren.

Nach dem Seitenwechsel wuchs der Rückstand aus Sicht der Rostocker auf 17 Punkte (46:63, 28. Min.) an. Innerhalb von knapp fünf Minuten gelang es den Gästen, das Spiel durch einen 15:3-Lauf wieder offen zu gestalten (61:66, 32. Min). Es entwickelte sich eine hochdramatische Aufholjagd mit Jovonni Shuler in der Hauptrolle. Die jüngste Neuverpflichtung der Rostocker sammelte im vierten Viertel zwölf seiner insgesamt 23 Punkte und hatte damit maßgeblichen Anteil daran, dass die SEAWOLVES sich dem Punkteniveau der Eagles anglichen. Jarvis Davis traf zum Ende der regulären Spielzeit einen Dreipunktewurf zum 83:83. Verlängerung.

In der ersten Overtime setzte sich Itzehoe nach Freiwürfen von Flavio Stückemann und einem erfolgreichen Dreier von Frederik Henningsen mit 88:83 (42. Min.) ab. SEAWOLVES-Defense, David Rivers und ein Dreier von Shuler brachten die Wölfe zurück – und in die zweite Verlängerung. Nun hatten die Rostocker, die ab Mitte des dritten Viertels mit Personalsorgen zu kämpfen hatten – Tim Vogt, Franz Winkler, Jarvis Davis, David Rivers und André Murillo mussten nach und nach mit fünf Fouls auf die Bank -, das Nachsehen und verloren ein intensives und kampfbetontes Nord-Derby mit 100:104.

André Murillo (25 Punkte, 13 Rebounds), Jovonni Shuler (23/7) und Jarvis Davis (23) zeichneten für insgesamt 71 SEAWOLVES-Punkte verantwortlich. Sven Hellmann erzielte elf Zähler. David Rivers schrammte mit neun Punkten und neun Rebounds knapp an einem Double-Double vorbei. Bei Itzehoe punkteten fünf Spieler zweistellig. Bester Werfer war Frederik Henningsen mit 24 Punkten.

„Ein Riesenkampf von meiner Mannschaft wurde am Ende leider nicht belohnt. Ich denke, wir hätten es verdient gehabt, das Spiel zu gewinnen. Im ersten Viertel haben wir es etwas selbst verschuldet, als wir zu viele freie Würfe abgegeben haben. Danach hat sich die Mannschaft ins Spiel zurückgekämpft. Am Ende war es eine enge Kiste. Man hat gesehen, dass die Jungs größtenteils die Nerven behalten haben. Letztlich muss man Itzehoe das nötige Quäntchen Glück attestieren. Wir müssen das nun erstmal verarbeiten. Auch in Iserlohn gab es eine ähnliche Situation, als wir den Sieg verdient gehabt hätten und es auf der Strecke haben liegen lassen. Ein Sieg wäre ein Riesenschub für das Selbstbewusstsein gewesen. Auch wenn es eine Niederlage ist, können wir sehr viel Positives aus den letzten drei Vierteln und den beiden Verlängerungen mitnehmen, um uns am nächsten Sonntag gegen Stahnsdorf ähnlich oder besser zu präsentieren“, sagte SEAWOLVES-Coach Andreas Barthel nach dem Spiel.

Am Sonntag, den 27. November, um 16:00 Uhr spielen die ROSTOCK SEAWOLVES wieder im eigenen Revier. Dann wird der RSV Eintracht Stahnsdorf in der StadtHalle Rostock zum Ost-Derby zu Gast sein. Beim sechsten Heimspiel der Saison feiert die Neue Rostocker Wohnungsgenossenschaft ihren 20. Geburtstag. Neben Basketball wird für viel Unterhaltung gesorgt sein. Karten gibt es auf http://tickets.seawolves.de und an den bekannten Vorverkaufsstellen.

Viertelstände (ITZ-HRO): 28:20, 18:17, 20:17, 17:29, 6:6, 15:11

Ausführliche Statistiken zum Spiel

Punkteverteilung der ROSTOCK SEAWOLVES:

Davis (23), Hellmann (11), Lange (0), Lopez (4), Murillo (25), Rivers (9), Shuler (23), Slavchev (2), Vogt (1), Winkler (2).