Endspiel um die Playoffs: SEAWOLVES in Trier gefordert

Wer löst das letzte Ticket für die Playoffs 2026 in der easyCredit Basketball Bundesliga und trifft im Viertelfinale auf den Titelverteidiger FC Bayern München? Diese Frage wird am Donnerstag (14. Mai) ab 18:30 Uhr beantwortet, wenn die ROSTOCK SEAWOLVES auswärts beim Aufsteiger VET-CONCEPT Gladiators Trier antreten. DYN überträgt die Partie live ab 18:15 Uhr

Viel Zeit zur Regeneration und Vorbereitung bleibt beiden Teams nicht. Die Trierer hatten am Dienstag im ersten Play-In-Spiel nach Nachsehen bei RASTA Vechta und unterlagen deutlich mit 83:111. Die SEAWOLVES hingegen überzeugten vor den eigenen Fans mit einem 91:71-Sieg über die MHP RIESEN Ludwigsburg. Während die Wölfe damit ihren vierten Beutezug am Stück erfolgreich beendeten, haben die Moselstädter aus ihren letzten sieben Spielen nur einen Sieg davontragen können.

Nun geht es für beide Teams im entscheidenden Play-In-Spiel um den Einzug in die Playoffs. Die Trierer wollen als Aufsteiger ihr Märchen von der Mosel fortschreiben und planen mit einer nahezu ausverkauften Halle am Donnerstag, zu dem die Fans aufgerufen sind, in weißem Outfit zu erscheinen. Nach ihrem erreichten Saisonziel Klassenerhalt ließen die Verantwortlichen der Gladiators spontan Shirts mit dem Aufdruck „Schauen wir mal, was wird“ produzieren, um den Ausgang ihrer Rückkehrsaison in die BBL mit einem optimistischen Schmunzeln offen zu halten.

Zwei Mal standen sich Rostock und Trier während der Hauptrunde 2025/2026 gegenüber. Zum Ligaauftakt Ende September 2025 hatten die Wölfe in Trier mit 78:88 das Nachsehen. Im Rückspiel fackelten beide Teams in Rostock ein Offensivfeuerwerk ab, das Anfang März mit 118:103 an die Wölfe ging. Im Endspurt der Saison kamen beide Klubs ins Straucheln, schafften jedoch mit Siegen am letzten Spieltag – und der Schützenhilfe der Konkurrenz – doch noch den Sprung in die Play-Ins.

„Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir das Do-or-Die Spiel gegen Ludwigsburg vor heimischem Publikum für uns entscheiden konnten, und wir sind sehr stolz auf die Mannschaft, wie sie über die letzte Phase der Saison performt hat. Wir haben das Gefühl, dass wir uns derzeit hin zu unserem besten Basketball bewegen“, ordnet Coach Przemyslaw Frasunkiewicz die aktuelle Form seines Teams ein. „Mit Trier kommen wir jetzt zurück an die Spielstätte, an der wir in diese Saison gestartet sind. Demnach schließt sich dort für uns ein Kreis. Wir treffen auf eine super hungrige und sehr gut gecoachte Mannschaft. Sie haben eine unglaublich gute Unterstützung durch das heimische Publikum. Für uns heißt es wieder, wie auch in den letzten Spielen, Kräfte zu sammeln und sich komplett auf unseren Basketball zu fokussieren. Wir müssen von Anfang an mit der richtigen Physis und dem richtigen Fokus ins Spiel starten, damit wir die Chance wahren, das erste Mal in der Vereinsgeschichte in die Playoffs einzuziehen. Wir wünschen uns sehr, dass wir dieses Ziel erreichen, vor allem um auch unseren fantastischen Fans etwas für ihre tolle Unterstützung während der gesamten Saison zurückzuzahlen.“

Im Endspiel um die Playoffs am Donnerstag spricht einiges für Rostock, allerdings auch einiges dagegen.

Für die ROSTOCK SEAWOLVES spricht vor allem ihre aktuelle Form. Während ihrer vierjährigen BBL-Geschichte haben die Wölfe bereits viermal mindestens vier Spiele in Folge gewonnen, allerdings noch nie – wie zuletzt – vier Spiele mit jeweiligen zweistelligem Vorsprung. Ein weiterer Vorteil ist die große Erfahrung, die für die SEAWOLVES spricht. Coach Frasunkiewicz feierte zusammen mit Co-Trainer Piotr Blechasz und Spieler Phillip Greene IV im Jahr 2023 den Europapokalgewinn mit Anwil Włocławek, auch Dominic Lockhart und DeAndre Lansdowne haben den FIBA Europe Cup bereits gewonnen (mit Chemnitz 2024). Im Kader der Trierer standen zuletzt drei Profis, die 50 oder mehr BBL-Spiele in ihrer Vita verbuchen können; die meisten davon stehen hinter dem Namen von Center Maik Zirbes (292). Bei den SEAWOLVES hingegen sind es fünf Profis mit mindestens 100 BBL-Spielen: Dominic Lockhart (377), Sid-Marlon Theis (263), Owen Klassen (256), DeAndre Lansdowne (177) und Elias Baggette (112). TJ Crockett Jr. steht kurz davor mit 98 Einsätzen in der höchsten deutschen Spielklasse.

Gegen die SEAWOLVES spricht die lange Reise an die Mosel. Auch die Trierer mussten nach der Niederlage in Vechta zurück reisen, doch für die Rostocker kostet der 750 Kilometer weite Road Trip mindestens 10 Stunden Busfahrt. Diese Zeit fehlt für ausreichende Regeneration und Spielvorbereitung, die nun quasi auf der Autobahn und im Hotel stattfinden muss. Die Trierer zählten in der zurückliegenden Hauptrunde zum offensiv gefährlichsten Team der Liga; sie schenkten den Gegnern im Schnitt 90,4 Punkte ein – bei einer Trefferquote aus dem Feld von 48,2 Prozent (3. Platz). Rostock hingegen landete mit 83,8 Punkten pro Spiel auf dem 9. Platz bei der schlechtesten Trefferquote (42,1% FG) aller 18 BBL-Teams. Die Wölfe lassen jedoch nur 81,8 Punkte pro Spiel zu (7. Platz; Trier: 93,8 PpS; 18. Platz), im Rebounding führen sie die Liga an (42,4 RpS; Trier 36,9 RpS; 9. Platz).

Zahlen, Erfahrungen und Statistiken rücken am Donnerstag in den Schatten. Auf dem Parkett entscheidet sich in mindesten 40 Minuten, wer als letztes Team in dieser Saison an den BBL Playoffs teilnehmen darf. Somit gilt am Donnerstagabend sowohl für Rostock als auch für Trier das Motto der Moselstädter: Schauen wir mal, was wird.