SEAWOLVES-Rekord bei Yakhchali-Rückkehr

Mit acht Siegen in Folge haben die ROSTOCK SEAWOLVES einen neuen Rekord aufgestellt. Nie zuvor haben die Norddeutschen so viele Spiele in Folge in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA gewonnen. Dabei war der 84:79-Auswärtssieg bei den RÖMERSTROM Gladiators Trier ein schweres Stück Arbeit. Im dritten Viertel verspielten die Rostocker einen 17-Punkte-Vorsprung. Am Ende behielten die SEAWOLVES die Nerven. Brad Loesing war Topscorer mit 17 Zählern.

RÖMERSTROM Gladiators Trier gegen ROSTOCK SEAWOLVES 79:84 (36:48)

Auf Rostocker Seite fehlte Stefan Ilzhöfer aufgrund einer Fußverletzung. Die Trierer mussten ohne ihr US-Frontcourt-Duo Austin Wiley und Matt Freeman auskommen. Dennoch spielten die Moselstädter zu Beginn mutig auf und hatten im Luxemburger Thomas Grün ihren Punktesammler. Die SEAWOLVES brauchten etwas, um in Fahrt zu kommen, zogen zur Mitte des ersten Viertels nach einem Dreier von Sid-Marlon Theis und Freiwürfen von Keith Wright auf 13:4 davon. Dann kehrte Behnam Yakhchali zurück. Der iranische Nationalspieler zeigte bei seinem ersten Einsatz nach zehnwöchiger Verletzungspause, dass er seinen Wurf nicht verlernt hatte. Mit sechs Punkten trug er sich in die Statistik ein. Nach dem ersten Durchgang hatten die Wölfe das Spiel im Griff und eine 21:15-Führung inne.

Zwar eröffneten die Trierer das Viertel mit sechs Punkten in Serie, doch Rostock antwortete mit Zählern von Brad Loesing und Tyler Nelson (27:21, 12. Min). Ein Dreipunktespiel von Wright brachte die Wölfe nach 14 Minuten erstmals zweistellig in Führung (35:25). Bis zur Halbzeit hielten die Gäste von der Ostsee die Fäden des Spiels fest in der Hand.

Nach dem Seitenwechsel schraubten Theis und Loesing den Rostocker Vorsprung auf 17 Zähler (53:36, 22. Min), anschließend übernahmen die Hausherren. Plötzlich klappte nichts mehr bei den SEAWOLVES, die sich scheinbar auf ihrem Vorsprung ausruhten. Ein 18:0-Lauf brachte die Trierer zurück ins Spiel (55:54, 30. Min). Die Rostocker hatten sich das Zepter aus der Hand reißen lassen, leisteten sich Fehler und trafen ihre Würfe nicht mehr. Dadurch bekamen die Gladiators neuen Antrieb.

So starteten beide Teams beim Stand von 57:59 aus Rostocker Sicht ins Schlussviertel. Lange Zeit ging es hin und her, ehe Loesing und Lacey auf Seiten der SEAWOLVES Verantwortung in der Offensive übernahmen. Die beiden Guards erzielten 15 der 24 Rostocker Punkte im letzten Durchgang. Auch Chris Carter zeigte einmal mehr seine Qualitäten, als er nach einem Ballgewinn direkt einen Dreier versenkte (74:70, 36. Min). 30 Sekunden vor Schluss holte Lacey einen weiteren Steal und traf zwei wichtige Freiwürfe. Auch Jarelle Reischel bewies in der Schlussminute Nervenstärke und verwandelte vier Freiwürfe für den achten Sieg in Serie.

Zwei Spieltage vor dem Ende der regulären Saison bleiben die SEAWOLVES damit auf dem ersten Tabellenplatz. Am Sonnabend um 19:30 Uhr spielen die Rostocker bei den PS Karlsruhe LIONS.

Head Coach Dirk Bauermann nach dem Spiel: „Wir sind froh und erleichtert, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Trier musste alles in die Waagschale werfen, um noch eine Chance zu haben, unter die ersten Acht zu kommen. Als sie mit 17 Punkten zurücklagen, hatten sie nichts mehr zu verlieren und dann locker drauf los gezockt – und getroffen. Ich hatte nach der sehr guten ersten Halbzeit das Gefühl, dass die Jungs das Spiel schon abgehakt hatten und sich zu sicher waren. Dann helfen auch die Warnungen eines erfahrenen Trainers nicht, wenn die Jungs glauben, der Bär ist erlegt. Dann schleichen sich Flüchtigkeitsfehler ein, die Konzentration beim Wurf fehlt. Wenn der Gegner dann das tut, was man nicht erwartet hat – nämlich zurückkommt -, dann ist es schwer, den Schalter wieder umzulegen. Dann gibt es sowas wie eine Verunsicherung. Der Schlüssel ist dann, die ,Blutung‘ irgendwann zu stoppen und das Spiel trotz der Schwächephase zu gewinnen. Das haben wir erfreulicherweise getan. Wir waren in der ersten Halbzeit sehr dominant und sind in den letzten fünf Minuten sehr stark aufgetreten. Wir freuen uns, dass wir das Spiel gewonnen haben und auch, dass Behnam Yakhchali nach einer langen Verletzungspause wieder auf dem Feld war. Es ist sehr wichtig, ihn wieder dabei zu haben. Am Samstag spielen wir gegen Karlsruhe. Dort wollen wir auf dem, was wir heute in der ersten Halbzeit gezeigt haben, aufbauen.“

Viertelstände (TRI-HRO): 15:21, 21:27, 23:9, 18:24

Ausführliche Statistik

Punkteverteilung

Rostock: Carter (6), Gloger (4), Jost (2), Lacey (11), Loesing (17), Nelson (8), Reischel (8), Skobalj (nicht eingesetzt), Theis (9), Wright (11), Yakhchali (6), Zakis (2).

Trier: Adams (17), Almstedt (9), Clarke (5), Dubas (4), Grof (10), Grün (12), R. Hennen (4), V. Hennen (6), Kollmar (nicht eingesetzt), Nortmann (6), Smit (6), Theiß (nicht eingesetzt).