Großstadtabenteuer: U12 in der Oberliga Berlin

Der U12-Leistungskader des EBC Rostock e.V. muss mangels passender Spielmöglichkeiten in Mecklenburg-Vorpommern auf den Berliner Spielbetrieb ausweichen. Nun gehen die Rostocker Basketballer in der Saison 2020/21 gegen 13 Teams im Revier des Deutschen Meisters ALBA Berlin auf Beutezug. 

Es ist nicht selten, dass sich Nachwuchsmannschaften des EBC nach überregionalen Ligen umschauen. So gehen die w14, w16 und m14 im Hamburger Spielbetrieb auf Korbjagd. Dass eine Rostocker Mannschaft jedoch am Berliner Spielbetrieb teilnimmt, ist eher ungewöhnlich: „Wir treten in Berlin an, weil wir gegen einige der Hamburger Mannschaften in der letzten Saison gespielt und sehr hoch gewonnen haben. Deswegen hätte uns die Hamburger Liga nicht wirklich weitergebracht. In Berlin haben wir mit der Zielsetzung angefragt, uns auf hohem Niveau weiterentwickeln zu können“, erklärt Trainer Malte Haedecke diesen Schritt. Teilnahmebedingung sei gewesen, dass grundsätzlich alle Spiele in der Hauptstadt ausgetragen werden. „Da die Vereine und der Verband zugesagt haben, uns bei der Spielplangestaltung entgegenzukommen, haben wir uns dazu entschieden, das Abenteuer anzugehen.“

Die Liga, in der die U12 an den Start geht, besteht derzeit aus 14 Teams, die an 18 Spieltagen ihren Meister ausspielen. Das bedeutet einige Auswärtsfahrten für die jungen Talente. „Der Aufwand für die Spieler ist aber gar nicht so hoch, da die Spiele immer nur an einem Tag, ohne Übernachtung, stattfinden. Wenn der BVMV-Spielbetrieb wieder stattfindet, wird es so sein, dass jeder Spieler maximal eine Geschichte pro Wochenende hat“, erklärt der 1,96 Meter große Haedecke. Die engagierten Eltern übernehmen dabei teilweise die Fahrten zu den Partien, die nach Möglichkeit immer in Doppel-Spieltagen stattfinden. 

Der U12-Trainingskader besteht zurzeit aus 19 Rostockern, die in den bisher gespielten Partien alle zum Einsatz kamen. Zusätzlich erhalten die jungen Korbjäger im BVMV U12- oder U14-Spielbetrieb Minuten. „Das Ziel in der Saison ist es, dass alle Spieler möglich viel Spielpraxis auf dem für sie passenden Niveau sammeln, viel Einsatzzeit bekommen und sich so deutlich weiterentwickeln“, sagt der U12-Coach.

Für die Nachwuchsspieler ist der Saisonverlauf derweil vergleichsweise weit fortgeschritten. Bereits im September hat das Team sieben Partien bestritten. Zum Saisonstart traten die EBCler gegen den BG Zehlendorf aufs Parkett. Gegen eines der Topteams der Liga bekam das Team von Trainer Haedecke früh seine Grenzen aufgezeigt und verlor in Hin- und Rückspiel jeweils relativ deutlich mit über zwanzig Punkten. Diese Erfahrungen nahmen die Jungs mit in die Trainingswoche, arbeiteten fleißig und machten erste Fortschritte. Die Belohnung kassierten die Jungs mit zwei Siegen am nächsten Spieltag bei den Marzahn Baskets (75:62) und den Freibeutern (86:53); es folgte ein weiterer Erfolg bei der Basketball Allianz Süd Südwest (90:51).

Das bisheriges Saisonhighlight für das Rostocker Team waren die Spiele gegen die Jungen von ALBA Berlin. In beiden Partien zeigten sich die Korbjäger von der Ostsee stark verbessert. Haedecke resümiert: „ Zwar gingen beiden Partien verloren, doch agierten wir über die weite Strecken auf Augenhöhe und hatten im zweiten Spiel sogar bis kurz vor Ende eine Chance auf den Sieg. Im Nachgang wurden dann beide Spiele mit 20:0 für den EBC gewertet, da ALBA jeweils einen Spieler eingesetzt hatte, der vorab nicht auf dem Meldebogen stand.“ Damit rangiert die U12 des EBC derzeit auf den ersten Tabellenplatz. „Der Blick auf die aktuelle Tabelle täuscht natürlich ein wenig. Doch nach den zuletzt gezeigten Leistungen dürfen wir uns schon zur oberen Hälfte der starken Berliner Oberliga zählen.“

Mit dem derzeitigen Anstieg der Corona-Infektionszahlen, besonders in den Großstädten, ist der weitere Saisonverlauf ungewiss: „Wir sind glücklich, dass wir schon so viele Spiele in Berlin gespielt haben. Momentan ist die Situation sehr ungünstig für den weiteren Spielbetrieb.“ Nichtsdestotrotz beurteilt der gebürtige Bremer die Teilnahme an der Berliner Oberliga als die richtige Entscheidung: „Allein die bisher ausgetragenen Spiele haben uns einen großen Schritt nach vorne gebracht. Jeder Gegner in dieser Liga verfügt über einige richtig starke Spieler, und Fehler werden meistens sofort bestraft. Auch seitens der Berliner haben wir ein positives Feedback erhalten.“

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