ROSTOCK SEAWOLVES BASKETBALL

Späte Aufholjagd bleibt ungekrönt

Trotz einer Steigerung in der zweiten Halbzeit mussten die ROSTOCK SEAWOLVES die fünfte Heimniederlage in Folge verschmerzen. Vor 2.800 Zuschauern in der StadtHalle Rostock unterlagen die Wölfe dem Tabellenvorletzten PS Karlsruhe LIONS mit 74:80 (34:46). Sieggarant der Gäste war Davonte Lacy, der fünf seiner 33 Punkte in den letzten 15 Sekunden erzielte. Bei den SEAWOLVES waren Tony Hicks (19 Punkte) und Martin Bogdanov (16) die einzigen Rostocker Spieler mit zweistelliger Punktausbeute. Rostock rutscht nach der 6. Saisonniederlage auf den 9. Tabellenplatz in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA ab. 

ROSTOCK SEAWOLVES gegen PS Karlsruhe LIONS 74:80 (34:46)

Die Partie begann verheißungsvoll. Michael Jost brachte die ersten Zähler der Wölfe mit einem seltenen Vierpunktespiel – erfolgreicher Dreipunktewurf trotz Foul plus erfolgreichen Freiwurf – auf die Anzeigetafel. Doch angesichts der Tatsache, dass die Gastgeber vor eigenem Publikum ein Erfolgserlebnis einfahren wollten und die Gäste aus Karlsruhe als Tabellenvorletzter zum Siegen verdammt waren, entwickelte sich eine ruppige und zähe Partie mit vielen Fouls. In Summe ahndeten die Unparteiischen 45 Vergehen, darunter drei unsportliche Fouls auf Karlsruher Seite, aus denen insgesamt 58 Freiwürfe hervorgingen. 

Auch die Orange Block-Initiative, das Heimspiel mit extra angefertigten Shirts zum „Auswärtsspiel“ werden zu lassen, zeigte nicht den gewünschten Erfolg. Nach dem 15:15 (10. Min) kippte die Partie hin und her, ehe LIONS-Guard Davonte Lacy heiß lief. Bis zur Halbzeit war der nachverpflichtete US-Amerikaner perfekt aus dem Feld (3/3 3FG, 1/1 2FG, 6/6 FT) und bei 17 Zählern angelangt. Die Wölfe fanden kein Mittel gegen ihn, zumal auch Filmore Beck drei Dreier einnetzte. Zur Pause lagen die Wölfe, auch aufgrund ihre schwachen Wurfquote von lediglich 27 Prozent aus dem Feld, mit 34:46 im Hintertreffen.

Nach dem Seitenwechsel nahmen Oliver Clay, Tony Hicks und Martin Bogdanov das Heft des Handelns in die Hand und brachten die Hausherren mit einem 10:2-Lauf wieder in Schlagdistanz (44:48, 23. Min.). Karlsruhe verstand es jedoch, dem Jagdinstinkt der Wölfe zu entkommen und behauptete Führung. Vor dem Schlussviertel stand es 55:60 aus Rostocker Sicht. Nachdem Lacy SEAWOLVES-Center Oliver Clay in der 34. Minute das fünfte Foul angehängt und den Abstand auf neun Zähler erhöht hatte (58:67), schien die Hoffnung auf ein erneutes Aufbäumen verflogen. Im Gegenteil: Hicks und Bogdanov schulterten einen 7:0-Lauf, der die Halle zurück ins Spiel brachte. Als Bogdanov kurz darauf zum Dreier ansetzte, dieser jedoch am Korb vorbeiflog und direkt in die Hände von Terrell Harris fiel, brauchte dieser nur noch zum 69:68 (37. Min) abzulegen. Es war die erste Führung seit dem 24:23 in der 23. Minute. Der Vorsprung sollte aber nicht lange halten. Nach einem weiteren Jost-Dreier, der sich 2:17 Minuten vor dem Ende zum 72:71 in den Korb quälte, übernahmen die LIONS in Person von Lacy wieder das Zepter – und entführten einen Sieg aus der Wolfshöhle.

SEAWOLVES-Coach Milan Škobalj nach dem Spiel: „Aus meiner Sicht war die entscheidende Phase im Spiel im zweiten Viertel, als wir mit 24:23 geführt hatten. Wir haben in drei Angriffen nicht getroffen und dafür aber zwei Dreier einstecken müssen. Danach fiel unser Spiel auseinander und wir mussten uns neu aufraffen, um zurück ins Spiel zu finden. Wir hatten am Ende die Chance auf den Sieg, doch letztlich haben wir in der ersten Hälfte zu schwach geworfen. Hinzu kam die beeindruckende Leistung von Davonte Lacy mit seinen 33 Punkten.“

Die SEAWOLVES bestreiten bis zum nächsten Heimspiel am 3. Advent (16.12., 16:00 Uhr gegen Tübingen) zwei Auswärtsspiele. Am 9. Dezember sind die Wölfe in Heidelberg gefordert, ehe es am 14. Dezember zum Nordderby bei den Hamburg Towers kommt. Für das Spiel in Hamburg ist das Gästekartenkontigent bereits komplett ausgeschöpft – es werden etwa 300 SEAWOLVES-Fans, darunter drei Fanbusse, live vor Ort sein. Karten für das nächste Heimspiel gegen Tübingen gibt es auf tickets.seawolves.de oder an den bekannten Vorverkaufsstellen. Alle Güstrower sind dann herausgefordert bei der OSPA-Städtewette.

Viertelstände (HRO-PSK): 15:15, 19:31, 21:14, 19:20

Ausführliche Statistik

Punkteverteilung

Rostock: Alte (2), Anzuluni (5), Bogdanov (16), Cardenas (5), Clay (8), Frazier (0), Harris (8), Hicks (19), Jost (9), Talbert (2).

Karlsruhe: Beck (12), Bubalo (nicht eingesetzt), Johnson (0), Kamdem (nicht eingesetzt), Lacy (33), Nyama (11), Parker (4), Pluskota (8), Ross (5), Tate (7).