Deutsche Meisterschaft: Ü40M erringen 4. Platz

Am 13. und 14. Juni 2026 war es soweit: Die Ü40-Herren der MSG Rostock/Schwerin machten sich auf den Weg nach Vechta zur Deutschen Meisterschaft. Austragungsort: der RASTA Dome und das RASTA Gym. Mission: Basketball spielen, alte Bekannte treffen, möglichst wenig Muskelkater sammeln und dem Rest der Republik zeigen, dass norddeutsche Routine mindestens genauso wertvoll ist wie jugendlicher Leichtsinn.

Schon beim Blick auf das Teilnehmerfeld war klar: Das wird kein gemütlicher Seniorenausflug mit Hallenschuhen. Mit Namen wie Steffen Hamann, Dirk Mädrich, Jan Jagla und Brandon Thomas war reichlich Basketball-Prominenz am Start. Spieler, bei denen man früher vielleicht noch auf der Tribüne saß — und gegen die man nun plötzlich selbst verteidigen sollte. Oder es zumindest sehr überzeugend versuchen musste.

Die MSG Rostock/Schwerin reiste mit einem starken, erfahrenen und hervorragend gelaunten Kader an:

Daniel Lopez, Jörn Boghöfer, Norman Holl, Peter Maischak, Karsten Witt, Kai Bülow, Daniel Passow, Markus Reppenhagen, Malte Urban, Arne Ritter, Kilian Flierl, Martin Daschke, Marcus Dugel und Markus Kutz.

Alles, was ein Ü40-Team braucht, war dabei: Erfahrung, Spielverständnis, Wurfgefühl, taktische Raffinesse, Tape, Magnesium, vorsorgliche Schmerztabletten und die feste Überzeugung, dass man nach dem Aufwärmen eigentlich schon ganz gut im Rhythmus ist.

Sportlich ging es in der Vorrunde der Gruppe B direkt ordentlich zur Sache. Zum Auftakt wartete am Samstag die BG Viernheim/Weinheim, bevor es am frühen Abend gegen niemand Geringeren als den FC Bayern München ging. Spätestens da war klar: Deutsche Meisterschaft heißt nicht nur „schön, dass ihr da seid“, sondern auch „bitte einmal alles geben, was die Achillessehne noch hergibt“. Am Sonntag folgte dann das Spiel gegen den DBV Charlottenburg.

Und siehe da: Die Küstenachse Rostock/Schwerin lieferte. Nach drei Vorrundenspielen stand die MSG mit zwei Siegen und einer Niederlage auf dem 2. Platz der Gruppe B. In der Tabelle bedeutete das: 3 Spiele, 2/1 Siege/Niederlagen, 4 Punkte und 153:156 Körbe. Also praktisch ein sportlicher Beweis dafür, dass man auch mit einer Korbdifferenz von minus drei ziemlich zufrieden durch die Halle gehen kann — solange die Tabelle einen trotzdem auf Platz zwei führt.

Die Vorrundentabelle der Gruppe B:

1. FC Bayern München – 3 Spiele, 3/0, 6 Punkte, 196:111 Körbe, +85
2. MSG Rostock/Schwerin – 3 Spiele, 2/1, 4 Punkte, 153:156 Körbe, -3
3. DBV Charlottenburg – 3 Spiele, 1/2, 2 Punkte, 120:145 Körbe, -25
4. BG Viernheim/Weinheim – 3 Spiele, 0/3, 0 Punkte, 115:172 Körbe, -57

Damit war klar: Die MSG Rostock/Schwerin hatte nicht nur teilgenommen, sondern sich sportlich absolut achtbar verkauft. Gegen starke Gegner, große Namen und erfahrene Teams wurde gekämpft, getroffen, verteidigt und vermutlich zwischendurch auch mehrfach innerlich verhandelt, ob ein Fastbreak wirklich notwendig ist oder ob ein gut gesetzter Pass nicht vielleicht die gelenkschonendere Lösung wäre.

Als Zweiter der Vorrundengruppe ging es am Sonntag dann in das Spiel um Bronze. Gegner war die MSG Paderborn — ebenfalls ein Team, das nicht nach Vechta gereist war, um nur nett die Halle anzuschauen. Zur Halbzeit lag Rostock mit 28:36 zurück, kämpfte sich aber noch einmal heran und machte das Spiel bis zum Ende spannend. Am Ende musste sich die MSG Rostock/Schwerin knapp mit 54:60 geschlagen geben.

Damit blieb der ganz große Sprung aufs Treppchen zwar knapp verwehrt, aber der Auftritt war aller Ehren wert. Platz vier bei einer Deutschen Meisterschaft klingt nicht nur gut — es fühlt sich auch deutlich besser an, sobald die Waden wieder mitmachen. Und bei nur sechs Punkten Unterschied darf man außerdem völlig berechtigt behaupten: Da war mehr drin. Mindestens eine saubere Aktion, ein Dreier mehr oder ein Knie, das sich zehn Minuten jünger gefühlt hätte.

Am Ende stand ein tolles Basketball-Wochenende mit starken Gegnern, vielen bekannten Gesichtern und jeder Menge Geschichten, die vermutlich von Jahr zu Jahr besser werden. Die MSG Rostock/Schwerin hat Rostock und Schwerin würdig vertreten — mit Herz, Einsatz, Teamgeist und der Erkenntnis, dass ein Fastbreak mit Ü40 immer noch möglich ist, aber inzwischen deutlich sorgfältiger geplant werden sollte.

Ein großes Dankeschön an alle Spieler, Unterstützer und Organisatoren. Vechta war eine Reise wert — und die Ü40 der MSG Rostock/Schwerin hat einmal mehr gezeigt: Basketball hört nicht auf, nur weil die Geburtsjahre langsam historisch werden.