Playoff-Traum zerplatzt in Trier

Die ROSTOCK SEAWOLVES haben das zweite und entscheidende Play-In-Spiel um den Einzug in die Playoffs bei den VET-CONCEPT Gladiators Trier mit 69:76 (43:47) verloren. Damit ist die Saison 2025/2026 für Mecklenburg-Vorpommerns beste Basketballer beendet. In einem offenen Duell führten die Gäste von der Ostsee 15 Minuten vor Schluss mit sieben Punkten, dann übernahmen die Gastgeber vor 5.400 Fans die Kontrolle und gaben die Führung bis zum Ende nicht mehr ab. TJ Crockett Jr. kam auf 22 Zähler für Rostock. Bei den Trierern, die nun als Achter im BBL-Viertelfinale auf den Ligakrösus FC Bayern München treffen werden, erzielte der ehemalige Rostocker Jordan Roland 13 Punkte.

VET-CONCEPT Gladiators Trier gegen ROSTOCK SEAWOLVES 76:69 (47:43)

Beide Teams trafen zu Spielbeginn hochprozentig. Bei den Rostockern verwandelte TJ Crockett Jr. drei Dreier, auch die Trierer zeigten sich treffsicher von außen. In einem ausgeglichenen ersten Viertel hatten beide Teams nach knapp sieben gespielten Minuten sagenhafte Dreipunktewurfquoten von mindestens 80 Prozent (Rostock 5/6 3FG; Trier: 4/5 3FG). Nach zehn Minuten stand es 24:24.

Der zweite Abschnitt begann mit einem spektakulären Alley-Oop von DeAndre Lansdowne auf Owen Klassen (28:24, 12. Min). Bei den Gastgebern war der auffälligste Akteur neben dem ehemaligen Rostocker Jordan Roland dessen Landsmann Steven Ashworth, der seine Farbe wieder nach vorn brachte. Die Antwort folgte durch Kapitän Sid-Marlon Theis, der mit einem Vier-Punkte-Spiel (Dreier mit Foul mit Bonusfreiwurf) das 32:29 (13. Min) für Rostock herstellte. Anschließend zeigten die Trierer mehr Energie auf dem Parkett und brachten die Wölfe durch hart erkämpfte Körbe mit 33:41 (17. Min) ins Hintertreffen. Bis zur Halbzeit schulterte Routinier DeAndre Lansdowne sein Team und zeichnete mitverantwortlich für einen 10:0-Lauf der SEAWOLVES zum erneuten Führungswechsel (43:41, 19. Min). Fast mit der Halbzeitsirene versenkte der frühere Rostocker Behnam Yahkchali einen Dreier zum 43:47-Halbzeitstand aus Sicht der SEAWOLVES.

Erst im dritten Viertel traf der in den vergangenen Spielen so stark aufspielende D’Shawn Schwartz erstmals aus dem Feld. Die Wölfe holten sich die Führung zurück (48:47, 21. Min) und bauten sie bis zur 25. Minute dank guter Verteidigung und gut herausgespielten Punkten auf sieben Zähler aus (56:49, 25. Min). Daraufhin sorgte ein 13:0-Lauf der Trierer für den erneuten Führungswechsel, von dem sich die Rostocker bis zum Viertelende (60:62) noch erholten.

Im Schlussviertel jedoch dauerte es mehr als dreieinhalb Minuten, bis Elias Baguette wieder für offensive Entlastung sorgte. Trier war bis dato auf neun Zähler enteilt (62:71, 35. Min). Crockett Jr. betrat daraufhin erneut die Bühne und brachte die Wölfe mit fünf Punkten in Folge wieder in Schlagdistanz (67:71, 36. Min). 2:54 Minuten vor Schluss verkürzte Bent Leuchten an der Freiwurflinie auf zwei Zähler und die Rostocker waren wieder im Geschäft. Defensiv forcierten sie die benötigten Stopps, nur offensiv hakte es in der Crunchtime. Ein Crockett-Korbleger zum potenziellen Ausgleich rollte aus dem Ring bei 2:26 Minuten Restzeit. Daraufhin verwandelte der Trierer Clay Guillozet einen schweren Seitfallkorbleger – die Energie schwappte nach seinem Treffer sinnbildlich von den Rängen aufs Spielfeld. Rostock lag 2:05 Minuten vor Schluss mit 69:73 zurück. In der Schlussphase verfehlten Schwartz, Lansdowne und Klassen drei Würfe für die Rostocker; die hartnäckige Verteidigung der Moselstädter zog den Wölfen den Zahn. So kam es, dass Roland an der Freiwurflinie das Spiel zugunsten des Aufsteigers entschied und die SEAWOLVES-Saison dort endete, wo sie im September 2025 ihren Anfang nahm.

Statistik des Spiels

Im Play-In-Spiel zwischen Rostock und Trier ging es hin und her und es stand lange Zeit auf des Messers Schneide. Die Zuschauern sahen insgesamt 19 Führungswechsel und sechs Unentschieden.

Stimmen zum Spiel

Przemyslaw Frasunkiewicz (Head Coach Rostock): „Glückwunsch an Trier, sie haben heute extrem hart gespielt. Wir haben die Energie gematcht, aber es war ein Spiel der Läufe. Am Ende konnten wir unglücklicherweise unsere Ballbesitze nicht mehr erfolgreich zu Ende spielen. Es war ein Low-Scoring-Game aufgrund der Physis und ich denke, dass es Trier heute besser geschafft hat, mit dem Kontakt zu spielen.“

Jaques Schneider (Head Coach Trier): „Glückwunsch an mein Team zum Einzug in die Playoffs. Wir waren heute die bessere Mannschaft und das über einen großen Teil des Spiels. Wir haben es uns erkämpft, aber auch erspielt. Wir haben Big Plays in den wichtigen Momenten gemacht, unsere Defense stand sehr gut und mit diesen Fans im Rücken ist alles möglich. Mit dieser Unterstützung wollen wir als absoluter Außenseiter in den Playoffs für weitere Überraschungen sorgen.“

Statistiken zum Spiel

Viertelstände (TRI-HRO): 24:24, 23:19, 15:17, 14:9

Punkteverteilung:

Rostock: Baggette (7), Crockett Jr. (22), Greene IV (0), Klassen (6), Kolenda (6), Lansdowne (12), Leuchten (2), Lockhart (0), Nicholson (2), Schwartz (8), Theis (4).

Trier: Adekunle (13), Ashworth (14), Guillozet (6), Hollersbacher (7), King, G. (0), King, U. (4), Linßen (4), Mann (nicht eingesetzt), Rapieque (0), Roland (14), Yakhchali (8), Zirbes (6).