Souveräner Play-In-Sieg gegen Ludwigsburg

Die Saison der ROSTOCK SEAWOLVES geht weiter. Im ersten Play-In-Heimspiel der Vereinsgeschichte setzten sich die Wölfe souverän vor 2.859 Zuschauern in der StadtHalle Rostock gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg mit 91:71 (43:38) durch. Ab Ende des 1. Viertels übernahmen die Rostocker das Kommando, im dritten Viertel eilten sie auf 20 Zähler davon. D’Shawn Schwartz führte sein Team mit 24 Punkten an. Bei den Barockstädtern kam Stefan Smith auf zwölf Zähler. Rostock spielt am Donnerstag in Trier um den achten und letzten Playoff-Platz.

ROSTOCK SEAWOLVES gegen MHP Riesen Ludwigsburg 91:71 (43:38)

Der 12. Mai ist ein besonderes Datum in der Geschichte der ROSTOCK SEAWOLVES. An diesem Tag im Jahr 2022 gelang der Aufstieg in die BBL in Jena, zwei Jahre später feierte der Club den Ligaverbleib in München, 2026 debütierten die Wölfe zuhause in den Play-Ins. Und wie! Die SEAWOLVES rührten in der Abwehr Beton an, erlaubten den MHP RIESEN keine leichten Würfe (nur 35% Trefferquote aus dem Feld) und warfen ihnen im Angriff den Ball hochprozentig in den Korb. 42 Prozent aller Rostocker Dreipunktewürfe fanden ihr Ziel, 50 Prozent schossen die Wölfe aus dem Feld. Im dritten Viertel legten sie den Grundstein für den umjubelten Heimsieg, als sie mit 25:9 den Abschnitt gewannen.

Schon im ersten Angriff des Spiels war die ruppige Gangart der Gastgeber zu erkennen. Ludwigsburg schaffte es nicht, innerhalb von 24 Sekunden zu einem Abschluss zu kommen. Doch auch die Gäste, die ihrerseits auf Elijah Hughes (Knöchelverletzung) verzichten mussten, zeigten sich zu Beginn defensiv fokussiert, als Center Keeshawn Kellman einen Wurfversuch Owen Klassens ans Brett nagelte. Es dauerte ein wenig, bis beide Teams ihre Offensive fanden. Zunächst hatten die Schwaben leicht die Nase vorn, ehe Bent Leuchten die Rostocker erstmals in Führung brachte (10:9, 7. Min) – die Wölfe sollten von diesem Zeitpunkt an nicht mehr zurückliegen. Der zuletzt gut aufgelegte D’Shawn Schwartz legte fünf Zähler in Folge nach (18:14, 9. Min) – und Leuchten traf aus der Distanz mit der Sirene zum 21:17-Pausenstand.

Der Körpersprache der Rostocker war anzumerken, dass sie ihr Heimspiel unbedingt gewinnen wollten. Nur 48 Stunden nach dem starken 103:71-Auftritt gegen Hamburg zeigte das Kollektiv von Coach Frasunkiewicz erneut, wie Team-Basketball zelebriert wird. Auch Rückkehrer TJ Crockett Jr. – am Ende mit 15 Punkte – fügte sich wieder nahtlos in die Offensive seines Teams ein. Kurz vor Ende der ersten Hälfte führten die SEAWOLVES mit 42:35, ehe Julius Baumer per Dreier für die Gäste verkürzte.

Zu Beginn des dritten Abschnitts rollte die Rostocker Angriffslawine über Ludwigsburg hinweg. DeAndre Lansdowne, Lukasz Kolenda, TJ Crockett Jr. und D’Shawn Schwartz verwandelten ihre Dreier, der Vorsprung der SEAWOLVES wuchs zusehends, auch weil Ludwigsburg offensiv ohne Rhythmus agierte und keine Lösungen gegen die gut geölte Offensive der Ostseestädter fand. Mit einem 12:0-Lauf beendeten die Wölfe das dritte Viertel, aus dem sie mit einer 67:47-Führung hervorgingen.

Im Schussviertel brannte nichts mehr an. Sid-Marlon Theis trug sich ebenfalls in die Dreierstatistik ein, als er zum 74:51 (34. Min) traf. Die Ludwigsburger fanden spät ihre Offensive wieder, als die Partie bereits entschieden war. Den Schlusspunkt setzte Kassim Nicholson per Dunk 50 Sekunden vor Schluss. Viel Zeit zur Freude blieb den Fans und dem Team nicht, den ersten Sieg der Rostocker Postseason-Geschichte zu feiern. Mit Trier wartet am Donnerstag der nächste Gegner auf dem Weg in die Playoffs.

Statistik des Spiels

15 Mal versuchte Bent Leuchten einen Drei-Punkte-Wurf in dieser Saison, gegen Ludwigsburg traf er den ersten Dreier seiner BBL-Karriere. A propos Premiere: TJ Crockett Jr. hatte bislang in der Saison 2025/2026 noch keinen Dunk im SEAWOLVES-Trikot verwandelt: Gegen die RIESEN wuchs der US-Guard über sich hinaus und stopfte gleich zwei Mal spektakulär.

Stimmen zum Spiel

Przemyslaw Frasunkiewicz (Head Coach Rostock): „Unsere letzten sieben Spiele waren beeindruckend. Vor sieben Spielen haben wir uns gesagt, dass es eine „Best-of-Seven“-Finalserie für uns ist und dass wir vier Spiele gewinnen müssen. Wir sind 0-3 in diese Serie gestartet. Wir haben gekämpft und an uns geglaubt. Das heutige Spiel war Spiel 7 für uns. Ludwigsburg ist ein sehr harter, sehr athletischer und physischer Gegner. Wir haben dem Druck stand gehalten, obwohl wir in der ersten Halbzeit einige Probleme beim Rebounding hatten. Wir sind zusammen geblieben, haben weiter an uns geglaubt und uns mit einem großartigen Sieg belohnt. Es ist unbeschreiblich, was meine Spieler heute geleistet haben.“

Mikko Riipinen (Head Coach Ludwigsburg): „Glückwunsch an Rostock zum Weiterkommen in den Play-Ins. Das war heute, weit weg von Zuhause, ein schweres Spiel. Wir sind hierher gekommen, mit aller Energie, die wir hatten. Ich denke, dass wir eine gute erste Halbzeit gespielt haben, in der wir wirklich die Dinge umgesetzt haben, die wir uns vorgenommen hatten und im Vorfeld der Partie auf die Agenda gepackt hatten. In der zweiten Halbzeit haben wir viele solide Würfe verworfen, viele Gelegenheiten verpasst, die uns in anderen Bereichen der Partie beeinflusst haben. Am Ende des Tages ist diese Partie sehr inkonsistent von uns gewesen – so wie das auch, leider, zu Großteilen dieser Saison war. Das war unser Untergang und deshalb waren wir für mein Empfinden in dieser Situation, weil wir inkonsistent waren. Ich bin stolz, dass unsere Gruppe alles gegeben hat, was in ihnen und in dieser Situation steckte. Diese Leistung war heute aber einfach nicht genug.“

So geht’s weiter

Am Donnerstag um 18:30 Uhr spielen die ROSTOCK SEAWOLVES im zweiten Play-In-Spiel auswärts bei den VET-CONCEPT Gladiators Trier um den Einzug in die Playoffs. Sollten sie sich beim Aufsteiger von der Mosel durchsetzen, qualifizieren sie sich als Achter für die Postseason in der easyCredit BBL und treffen im Viertelfinale auf den Tabellenersten FC Bayern München.

Statistiken zum Spiel

Viertelstände (HRO-LUD): 21:17, 22:21, 25:9, 24:24

Punkteverteilung:

Rostock: Baggette (6), Crockett Jr. (15), Greene IV (0), Klassen (3), Kolenda (13), Lansdowne (4), Leuchten (13), Lockhart (0), Nicholson (6), Schwartz (24), Theis (7), Wulff (0).

Ludwigsburg: Anigbata (0), Baumer (6), Buchanan (10), Harris (0), Kellman (4), Polas Bartolo (9), Sane (3), Schilling (6), Skuja (4), Smith (12), Tischler (11), Wohlfarth-Bottermann (6). 


HIGHLIGHTS