
Die ROSTOCK SEAWOLVES sind mittendrin im Rennen um die Play-Ins. Nach einem souveränen 90:78-Auswärtssieg bei RASTA Vechta haben die Rostocker einen Spieltag vor dem Saisonende in der easyCredit BBL gute Karten, die Play-Ins zu erreichen. Dafür reicht ein Sieg am Sonntag gegen Hamburg nicht aus, die Konkurrenz muss verlieren. Aktuell belegt Rostock den 11. Platz inmitten fünf Teams mit gleicher Bilanz. Gegen Vechta kamen die Wölfe ab Mitte des ersten Viertels in Fahrt, führten zwischendurch mit bis zu 19 Zählern und hatten in D’Shawn Schwartz einen überragenden Spieler, der mit 39 Punkten und 14 Rebounds zwei neue BBL-Karrierebestwerte auflegte. Bei Vechta kam TJ Bamba auf 19 Zähler.
RASTA Vechta gegen ROSTOCK SEAWOLVES 78:90 (42:57)
Ohne TJ Crockett Jr. (muskuläre Probleme) und Kapitän Sid-Marlon Theis (Lebensmittelvergiftung) gingen die SEAWOLVES in die Partie. Das Hinspiel hatten die Wölfe mit 87:91 verloren, auch weil Vechtas Topscorer Alonzo Verge damals in Rostock 30 Punkte auflegte. Früh im Spiel war zu erkennen, worauf die defensive Ausrichtung der SEAWOLVES ausgerichtet war: vor allem Verge hart verteidigen, keinen offensiven Rhythmus bei den Hausherren aufkommen lassen und konsequent rebounden.
Bis auf die Anfangsminuten, als Vechta auf neun Zähler (8:17, 6. Min) davon zog, weil die SEAWOLVES ihre Würfe nicht trafen, ging der Plan auf. Angeführt von D’Shawn Schwartz, der allein zwölf Punkte im ersten Abschnitt auflegte und zur Halbzeit bereits 23 Zähler auf seinem Konto hatte, übernahmen die Rostocker die Spielkontrolle. Sie passten den Pass geduldig für einfache Punkte, trafen den Distanzwurf und ackerten als Team hart in der Verteidigung. Zum Pausentee hatten sich die Gäste von der Ostsee 15 Offensiv-Rebounds gekrallt und 57 Zähler erzielt. RASTA Vechta, vor dem Spiel mit 90,1 Punkten im Schnitt zweitbestes Offensivteam der Liga, hatte hingegen zur Halbzeit 42 Zähler auf der Habenseite – bei 1 Offensiv-Rebound.
Nach dem Seitenwechsel begruben die SEAWOLVES mehrfach die Comeback-Versuche Vechtas. Zwei Mal sollten sie bis Spielende noch auf zehn Zähler herankommen. Coach Frasunkiewicz wusste die Mini-Läufe der Hausherren mit geschickt gewählten Auszeiten zu stoppen. Sein Team fand sodann auch stets Lösungen, um den Abstand konstant zu halten, Vechta zwölf Punkte unter dem Saisonschnitt zu halten und den direkten Vergleich unter dem Jubel der fast 50 mitgereisten Rostocker Fans nach Hause zu bringen.
Statistik des Spiels
Wie gut war die 39-Punkte-14-Rebounds-Performance von D’Shawn Schwartz? In der BBL-Geschichte der ROSTOCK SEAWOLVES hat nur Bryce Hamilton (45 Punkte am 13.05.2025 gegen Oldenburg) mehr Punkte in einem Spiel erzielt und nur Malik Osborne (16 Rebounds am 11.05.2025 gegen Göttingen) hat mehr Rebounds in einem Spiel eingesammelt als Schwartz.
Stimmen zum Spiel
Przemyslaw Frasunkiewicz (Head Coach Rostock): „Ich denke nicht, dass die Rebounds heute entscheidend waren. Denn wir rebounden ja schon die ganze Saison über sehr gut. Viel wichtiger war heute, dass wir an uns und unsere Chance geglaubt haben, obwohl uns drei Spieler fehlten. Wir haben an den Sieg geglaubt und haben unsere Pick-and-Roll-Defense gegen Alonzo Verge sehr gut gespielt. Wir hatten vor dem Spiel klargemacht, das darauf unser Fokus liegt. Denn Verge spielt eine unglaublich gute Saison. Entscheidend war heute also, dass es uns gelungen ist, RASTA dieses Pick-and-Roll wegzunehmen. Dass D’Shawn Schwartz schon in der 1. Halbzeit so viele Punkte hatte, ist mir erst gegen Ende des 2. Viertels bewusst geworden. Er war aggressiv und hat wirklich gut gespielt. Er hat nicht gezögert, hat nicht zu viel nachgedacht. Es ist schön, so eine Leistung von einem Spieler zu bekommen, der jetzt das zweite Jahr bei uns ist. Gerade, weil es so ein wichtiges Spiel war, denn bei einer Niederlage wären wir aus dem Rennen gewesen. Jetzt sind wahrscheinlich alle sehr erschöpft. Es ist nun einmal so, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen. Wenn jetzt einer sagt, dass er zu müde ist, braucht er nicht zum Spiel kommen. Denn in dieser Phase hat jeder die ein oder andere kleine Verletzung, jeder ist müde.“
Christian Held (Head Coach Vechta): „Glückwunsch an die Rostocker, die es heute hervorragend geschafft haben mit einer sehr guten Energie und Physis in das Spiel zu gehen. Wir haben es in der 1. Halbzeit nie geschafft, das zu matchen. Wir haben in der 1. Halbzeit 15 Offensiv-Rebounds abgegeben, das sind viel zu viele. Da müssen wir einen besseren Job machen, indem wir rauskommen und einen Kampf liefern. Am Sonntag in Heidelberg müssen wir an der 2. Halbzeit von heute anknüpfen. Denn da haben wir Dinge deutlich besser gemacht als in der ersten. Da haben wir versucht, uns zurück zu kämpfen. Dann sind die Würfe leider nicht gefallen. Aber es fällt dann eben auch schwer, denn Rostock macht es auch sehr gut.“
So geht’s weiter
Am Sonntag um 16:30 Uhr ist die StadtHalle Rostock der Austragungsort des letzten Hauptrundenspiels der Saison 2025/2026. Gegner sind die Veolia Towers Hamburg, für die das Spiel ohne sportliche Relevanz ist. Die SEAWOLVES hingegen stehen mit einem Sieg in den Play-Ins, sofern entweder zwei der drei direkten Konkurrenten (Oldenburg spielt in München, Trier gegen Weißenfels, Vechta in Heidelberg) nicht gewinnen oder Chemnitz in Braunschweig verliert. Bei einem Sechservergleich (zusätzlich mit Ludwigsburg) würden die SEAWOLVES letztlich auf dem 10. Platz landen, der für die Postseason qualifiziert. Die Partie am Sonntag wird präsentiert vom Volkswagen Autohaus Rostock. Tickets gibt es online auf tickets.seawolves.de oder an den bekannten Vorverkaufsstellen.
Viertelstände (VEC-HRO): 24:25, 18:32, 18:19, 18:14
Punkteverteilung:
Rostock: Baggette (2), Greene IV (13), Klassen (8), Kolenda (8), Lansdowne (6), Leuchten (6), Lockhart (0), Nicholson (8), Page (0), Schwartz (39), Wulff (nicht eingesetzt), Zilinskas (nicht eingesetzt).
Vechta: Bamba (19), Brown (15), Ferner (nicht eingesetzt), Herkenhoff (5), Kuhse (5), Pandi (0), Parsons (5), Pleiß (9), Thiemann (8), trettin (0), Verge Jr. (12), van Slooten (0).