Befreiungsschlag gegen Braunschweig

Den ROSTOCK SEAWOLVES ist nach drei Niederlagen in Folge ein Befreiungsschlag gegen die Basketball Löwen Braunschweig gelungen. 4.253 Zuschauer in der StadtHalle Rostock sahen einen 98:78-Heimsieg, bei dem die Wölfe zwischenzeitlich mit 35 Zählern führten. Fünf Rostocker erzielten jeweils mindestens zwölf Punkte. Bei den Gästen kam Kaza Kajami-Keane auf 20 Zähler. Durch den 13. Saisonsieg festigten die Rostocker ihren neunten Tabellenplatz in der easyCredit BBL.

ROSTOCK SEAWOLVES gegen Basketball Löwen Braunschweig 98:78 (51:24)

Bereits vor der Partie wurde es emotional, als Clubchef und Hallensprecher André Jürgens für seine 200. Heimspielmoderation der 1. Herren in Folge geehrt wurde. Robert Dahl, Inhaber von SEAWOLVES-Hauptsponsor Karls, würdigte Jürgens unter tosendem Applaus sogar als „besten Hallensprecher der Welt“.

Im Spiel kamen die Fans aus dem Staunen und Jubeln zunächst gar nicht mehr heraus. Die Wölfe kamen hungrig, aggressiv und treffsicher aus der Kabine. Zwar legten die Gäste aus Braunschweig mit einem Alley-Oop-Dunk des ehemaligen Rostockers Philipp Hartwich (der wenig später mit einer Fußverletzung ausgewechselt werden musste) eindrucksvoll los, doch danach rollte der Rostocker Express. TJ Crockett Jr. und Kassim Nicholson brachten im ersten Durchgang jeweils zehn Zähler auf ihr Konto. Die Wölfe erbeuteten insgesamt 35 Zähler in den ersten zehn Minuten und zeigten damit nach dem schwachen Auftritt in Frankfurt am vergangenen Sonntag (74:97) die erhoffte Reaktion. Früh im Spiel setzten sie den Ton, erzwangen Ballgewinne, überzeugten durch Passspiel, gutes Umschaltspiel und herausgespielte Würfe. Die SEAWOLVES hatten das Spiel in der ersten Halbzeit fest im Griff. Bent Leuchten dunkte in der 14. Minute zum 40:16 aus Rostocker Sicht. Wenngleich Tempo und spielerische Qualität im zweiten Abschnitt bei den Hausherren etwas nachließen, gingen sie dennoch mit einer komfortablen 51:24-Führung in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel wuchs der Rostocker Vorsprung nach einem 10:2-Start auf bis zu 35 Zähler (61:26, 23. Min) an. Fortan versuchten es die Braunschweiger mit wechselnden Verteidigungsarten, um den Rostocker Rhythmus zu stören. Die Wölfe sahen ihr Punktepolster dahinschmelzen. Vor Beginn des Schlussviertels trennten beide Teams 21 Punkte (57:78).

Im vierten Viertel brandete Applaus von den Rängen, als Kapitän Sid-Marlon Theis einen Dreier zum 81:57 (31. Min) traf. Dennoch nahmen die Braunschweiger weiter den Kampf an und versuchten, sich zurück ins Spiel zu beißen. Die SEAWOLVES hatten an diesem Abend jedoch mehr Wurfglück bei ihren Korbversuchen. So tanzte ein Dreier von D’Shawn Schwartz auf dem Ring und fiel nach mehreren Aufprallern in den Korb (84:63, 33. Min). Fünf Minuten vor Schluss war die Partie entschieden, als Crockett Jr. einen weiteren Dreier traf und DeAndre Lansdowne einen Fastbreak mit einem Dunk abschloss (91:65, 36. Min).

Statistik des Spiels

Der 27-Punkte-Vorsprung zur Halbzeit war die zweithöchste Rostocker Führung in ihrer BBL-Historie. Zwar reichte es am Ende nicht zum Gewinn des direkten Vergleichs (Braunschweig hatte das Hinspiel mit 92:71 gewonnen), dennoch war es der fünfthöchste BBL-Sieg der SEAWOLVES überhaupt.

Stimmen zum Spiel

Przemyslaw Frasunkiewicz (Head Coach Rostock): „Fehler und sehr schlechte Spiele passieren. Das haben wir in Frankfurt erlebt. Ich bin sehr glücklich, dass wir in der Kürze der Zeit die Kurve bekommen haben und heute sehr konzentriert und fokussiert gespielt haben. Es war sehr wichtig und sehr schön anzuschauen, dass all unsere Spieler auf diesem Niveau ihre Leistung gezeigt haben. Bei Spielen wie heute, gegen den Tabellenletzten, kann man nichts gewinnen, sondern nur verlieren. Solche Spiele sind schwer, aber nochmal: Ich bin sehr froh und stolz, dass wir heute fokussiert geblieben sind und mit dem richtigen Ansatz in das Spiel gestartet sind.“

Ramon Diaz Sanchez (Head Coach Braunschweig): „Ehrlich gesagt fällt es mir gerade schwer, die passenden Worte zu finden. Es war eine katastrophale erste Halbzeit von uns. In den ersten 20 Minuten haben wir keinen Basketball gespielt – vor allem defensiv nicht. Wir haben zu viele offene Dreier zugelassen, obwohl uns klar war, wie wichtig Crockett ist, gerade wenn er von außen ins Rollen kommt. Wir hatten uns eigentlich gut darauf vorbereitet, ihn zu stoppen. Aber wenn die Bereitschaft zur Verteidigung fehlt, wird das unmöglich. In der Pause haben wir uns vorgenommen, die zweiten 20 Minuten richtig zu spielen und diese Hälfte für uns zu entscheiden. Trotzdem bleibt bei mir ein schlechtes Gefühl. Denn es entspricht nicht der Identität, die unser Team haben sollte, und so dürfen wir nicht auftreten. Wenn wir konkurrenzfähig sein und die Saison mit gutem Basketball abschließen wollen, müssen wir unsere Mentalität und Energie deutlich verändern.“

So geht’s weiter

Am Ostersonntag um 15:00 Uhr spielen die ROSTOCK SEAWOLVES beim Tabellenvorletzten MLP Academics Heidelberg. Eine Woche später, am 13. April, sind die Wölfe bei den EWE Baskets Oldenburg gefordert, ehe sie am 19. April wieder im eigenen Revier gegen ratiopharm ulm auf Beutezug gehen. Karten für diese Partie gibt es online ir jordan 4 military blue 202 auf tickets.seawolves.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Statistiken zum Spiel

Viertelstände (HRO-BRA): 35:12, 16:12, 27:33, 20:21

Punkteverteilung:

Rostock: Baggette (8), Crockett Jr. (18), Klassen (12), Kolenda (2), Lansdowne (7), Leuchten (13), Lockhart (0), Nicholson (13), Schwartz (17), Theis (3), van Vliet (5), Zilinskas (0).

Braunschweig: Crawford (5), Ewelt (0), Flanigan (2), Hartwich (2), Hawley (13), Kajami-Keane (20), NGuessan (15), Obiesie (5), Schröder (4), Shittu (12), Worthy (0), Zylka (0).