Seawolves Frauen: Vision 1. Liga

Am Dienstag haben die Rostock Seawolves zu einem Informationsabend über den Mädchen- und Frauenbasketball in das ScanHotel am Stadthafen eingeladen. Über 20 interessierte Unternehmen und Unterstützer waren dabei, um sich über die bisherige Entwicklung und die Pläne zur Zukunft des Mädchen- und Frauenbasketball in Rostock auszutauschen.

Seit der Vereinsgründung im Jahr 1994 können Mädchen und Frauen organisierten Basketball bei den Seawolves in Rostock erlernen und spielen. Der Leistungsgedanke flammte vor über 20 Jahren auf, als der Weg der 1. Frauen des Clubs bis in die 2. Damen Basketball Bundesliga Nord (2007/08) führte – sieben Jahre vor den 1. Männern.

In den vergangenen Jahren erfuhr der Frauensport weltweit neue Impulse. Vor allem große Sportmarken und die WNBA (Women’s National Basketball Association) erkannten das Potenzial der jungen Zielgruppe, stärken seither die globale Wahrnehmung und schärfen das Bewusstsein für weiblichen Basketball. Die erhöhte Sichtbarkeit und Aufmerksamkeitssteigerung führen zu einem Um- und Neudenken sozialer und ökonomischer Barrieren, die nach und nach aufbrechen – hin zu einer stärkeren gleichberechtigten Teilhabe, dem Hinterfragen traditioneller Geschlechterrollen, der Wirkkraft weiblicher Vorbilder im Sport wie auch zur Stärkung von Selbstvertrauen und Führungsfähigkeiten bei Mädchen und Frauen.

Anja Passehl, Geschäftsführerin vom Frauen-Hauptsponsor SEA-NET GmbH, sagt: „Die Förderung des Mädchen- und Frauenbasketballs liegt mir als Mensch, Frau und Unternehmerin sehr am Herzen. Ich brenne dafür, dem Frauenbasketball mehr Sichtbarkeit und mehr regionale Identität zu verleihen.“

In Deutschland erfüllt die Deutsche Frauen-Nationalmannschaft diese Aufgabe; sowohl individuell durch deutsche Spielerinnen in der WNBA und starken europäischen Ligen wie auch als Team, u.a. durch Olympia-Gold im 3×3 Basketball in Paris (2024), die Erfolge der Nationalmannschaft (Viertelfinale Olympia 2024, 5. Platz EM 2025) und der Ausrichtung der Frauen-Basketball-Weltmeisterschaft in Berlin (4. bis 13. September 2026).

In Rostock ist der Mädchen- und Frauenbasketball seit einigen Jahren im Aufschwung. Seit März 2025 soll die Marke „Girls Got Game“ den Fokus auf den weiblichen Basketball in Rostock lenken. Aktuell spielen 162 Mädchen und Frauen bei den Seawolves Basketball, organisiert in 13 Teams. Jugendteams erreichen bei nationalen und internationalen Nachwuchsturnieren die vorderen Plätze. Die 1. Frauen haben in der Saison 2025/26 als Aufsteiger den 5. Platz in der 1. Regionalliga Nord erreicht. Diese Potenziale sollen stärker gefördert und entwickelt werden.

Studien* zeigen, dass Basketball derzeit als geschlechterausgeglichenste Sportart der Welt gilt, d.h. global spielen Mädchen und Jungen zu gleichen Teilen Basketball. Zudem bezeichnen über 70 Prozent der weiblichen Generation Z (Jahrgänge 1997 bis 2012) Frauenbasketball als ihren Lieblingssport. Das Interesse daran hat sich innerhalb nur eines Jahres mehr als verdoppelt; der Trend verstetigt sich und verankert sich im gesellschaftlichen Bewusstsein. Die Fangemeinde beim Frauenbasketball ist jünger, engagierter und wächst schneller als derzeit in fast allen anderen Sport-Communities.

„Frauen- und Mädchenbasketball steht in Deutschland bisher noch nicht im Rampenlicht. Es braucht visionäre Vereine, mutige Sponsoren, ein begeisterungsfähiges Publikum. All dies kommt jetzt zusammen bei den Rostock Seawolves: eine visionäre Vereinsführung mit klar definierten langfristigen Zielen, ein basketballverliebtes Publikum in Rostock, ein Frauenteam und weibliche Nachwuchsteams mit viel Talent und Ehrgeiz“, bekräftigt Mirko Broecker von der Möwe Teigwarenwerk GmbH den Ansatz des Rostocker Basketball-Clubs.

Andrea Hoferichter, Trainerin der 1. Frauen und Leiterin der weiblichen Seawolves Academy, sagt: „Unser Ziel ist es, dass mehr Mädchen und Frauen Basketball spielen und das Bewusstsein für diesen Sport zu schärfen. Wir wollen Athletinnen entwickeln und fördern, Persönlichkeiten formen und Potenziale nutzen.“

Aus diesen Gründen trug der Informationsabend den Untertitel „Von der KITA bis in die 1. Liga“, um Mädchen und Frauen einen Weg zu ebnen, Perspektiven aufzuzeigen und ihnen zu zeigen, dass und wie sie Sichtbarkeit erfahren. Die Seawolves wollen die Qualifikation in der WNBL (weibliche U18 Bundesliga) bis 2028/29 und den Sprung in die 2. Basketball (2. DBBL) bis 2029/2030 anvisieren. Das Ziel 1. Damen Basketball Bundesliga steht in sieben Jahren auf dem Plan, zur Saison 2033/2034. Die Seawolves-Männer haben es vor 14 Jahren vorgemacht, als 2012 die Vision 1. Liga ausgerufen wurde. Damals spielten die Männer in der 4. Liga, 2022 gelang der Aufstieg in die Bundesliga.

„Wir wollen eine Aufbruchstimmung erzeugen und die Sichtbarkeit für Frauenbasketball in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern erhöhen. Unsere Vision ist der Weg bis in die 1. Liga in den nächsten sieben Jahren“, betont der Vereinsvorsitzende André Jürgens. Er selbst war vor 20 Jahren als Trainer des Frauenteams aktiv, dem der Sprung in die 2. Liga gelang.

Jetzt ist es an der Zeit, den Rostocker Weg auch für den Frauenbasketball wieder aufleben zu lassen, nachhaltige Strukturen zu schaffen und neue Begeisterung für den weiblichen Basketball zu entfachen. Wer den Rostock Seawolves e.V. auf dieser Reise unterstützen möchte oder Fragen zum Frauenbasketball hat, kann sich gern beim Verein melden.

* https://business.ticketmaster.com/state-of-play-sports/