
38 Minuten lang hatten die ROSTOCK SEAWOLVES das Spiel bei den MHP RIESEN Ludwigsburg im Griff, in der Crunchtime hatten dann die Gastgeber die besseren Nerven. Die Wölfe mussten sich mit 78:81 (44:41) bei den Barockstädtern geschlagen geben. Noch zu Beginn der zweiten Hälfte hatten die SEAWOLVES zweistellig geführt. Ein Grund für die Niederlage war die Freiwurfquote von lediglich 55 Prozent. Vier Rostocker punkteten zweistellig, bei Ludwigsburg kam das Duo Ish Leggett und Justin Kier zusammen auf 41 Zähler.
MHP RIESEN Ludwigsburg gegen ROSTOCK SEAWOLVES 81:78 (41:44)
Wie schon im Auftaktspiel gegen Phoenix Hagen starteten die Rostocker konzentriert und hielten die Ludwigsburger bis zur 6. Minute punktlos. Nach einem 7:0-Start, bei dem Artur Konontšuk fünf Punkte beisteuerte, blieben die Gäste von der Ostsee spielbestimmend. Ludwigsburg fand schwer ins Spiel, leistete sich Ballverluste und biss sich an der Rostocker Defensive und im Rebounding die Zähne aus. Der neue spanische Head Coach Carles Duran forderte nach sechs Minuten eine Auszeit beim Stand von 12:3 aus Rostocker Sicht. Dennoch blieben die Wölfe am Drücker und zogen zum Viertelende zweistellig davon (20:10), da Kapitän Robin Amaize den Abschnitt mit einem Buzzer Beater aus der eigenen Hälfte krönte.
Johnathan Stove und TJ Crockett Jr. trafen je einen Dreier zum Start des zweiten Viertels (26:12, 12. Min), während auf Ludwigsburger Seite Elijah Hughes Fahrt aufnahm und zwei Dreier in Folge verwandelte. Allerdings bekamen die Hausherren Stove nicht in den Griff, der im Abschnitt vor der Pause allein zehn Zähler auflegte. Zur Mitte des Durchgangs nahm das Spiel offensiv an Fahrt auf, die Gastgeber nun auch offensiv im Spiel angekommen. Mit einem 13:6-Lauf knabberten die RIESEN den Rückstand ab. In der 18. Minuten führten die Wölfe nur noch mit vier Punkten (37:33). Zur Halbzeit trennten beide Teams drei Zähler (44:41).
Nach dem Seitenwechsel taumelten die Rostocker, doch sie fielen nicht. Die Ludwigsburger nahmen die Physis an, verkürzten auf einen Punkt, ehe Todd Withers mit drei Dreiern in Folge den Vorsprung wieder vergrößerte (56:45, 23. Min). Bis zur Viertelende wussten die Rostocker trotz der härter werden Gangart der Gastgeber die Führung zu behaupten.
Das Schlussviertel blieb umkämpft. Die Ludwigsburger setzten weiter Nadelstiche, die Rostocker konnten zunächst parieren (69:65, 33. Min). Vier Minuten vor Schluss verkürzte der RIESEN-Guard Justin Kier auf 72:71 aus SEAWOLVES-Sicht. In der Crunchtime wackelten die Rostocker an der Freiwurflinie – Todd Withers traf nur einen von vier Versuchen -, sodass Ludwigsburg im Spiel blieb und 63 Sekunden vor Schluss an der Freiwurflinie durch Kier ausgleichen konnte (75:75). Der 41-jährige Routinier Yorman Polas Bartolo brachte Ludwigsburg 36 Sekunden vor dem Ende erstmals in dieser Partie in Führung. Dieser Nadelstich reichte, um den SEAWOLVES eine empfindliche Niederlage beizufügen. Zach Copeland verpasste bei ablaufender Spieluhr den Distanzwurf zum potenziellen Ausgleich.
Zahlen, bitte!
Die Freiwurfquote haben in diesem Spiel den Unterschied bedeutet: Ludwigsburg traf 23 von 31 Versuchen (74%), während die SEAWOLVES nur 55 Prozent (12/22 FT) verwandelten.
Stimmen zum Spiel
Przemyslaw Frasunkiewicz (Head Coach Rostock): „Wir haben sehr gut angefangen, waren fokussiert, klar und haben dann angefangen lächerliche Fehler zu begehen. Einen nach dem anderen. Ludwigsburg hat sich von unseren Fehlern ernährt, sie haben manche schwierigere Würfe in der zweiten Halbzeit verwandelt – es waren aber nur ein paar wenige Würfe. Wir haben sie sich gut fühlen gelassen, weil wir verrückt viele Foulspiele begangen haben. Wir haben ihnen 31 Freiwürfe gestattet. Wenn man dann diese Gelegenheiten nutzt, wird es im nächsten Ballbesitz schwieriger zu scoren. Wir haben uns und das Spiel komplett verloren, haben uns wie Kinder verhalten und haben wilde Entscheidungen getroffen. Glückwunsch an LuBu, sie haben sicherlich nicht gut angefangen, sind im Verlauf des Spiels aber ins Rollen gekommen und waren am Ende in der Lage zu gewinnen.“
Carles Durán (Head Coach Ludwigsburg): „Der erste Glückwunsch geht an unser Team und an unsere Fans: Ich denke, dass sie, wie auch wir, den Glauben an den Sieg nie aufgegeben haben. Ich möchte nicht so viel über das Spiel sprechen, jetzt ist mein Fokus schon in Bamberg. Das Wichtigste: Wir sind schlecht gestartet und damit meine ich nicht unseren Einsatz, sondern unseren Basketball. Wir haben mit Angst gespielt und in der Offensive viele Fehler gemacht. Unser drittes Viertel war besser, aber wir hatten große Probleme mit dem Rebound. Rostock hat viele Punkte aus zweiten Gelegenheiten gemacht. Auch im dritten Viertel sind wir schlecht gestartet, haben nur über die Offensive nachgedacht. Der Unterschied zwischen dem heutigen Spiel und der Partie in Ulm war: Wir haben im vierten Viertel herausragend in der Verteidigung gespielt. Am Ende haben einige Jungs wichtige Würfe getroffen – zum Beispiel Polas [Yorman Polas Bartolo]. Entscheidend ist in den meisten Spielen der Schlussabschnitt und da haben wir sehr gut verteidigt. Wir müssen einiges verbessern und hatten einige Probleme. Beispielsweise konnte Darius [Perry] in den letzten zwei Tagen nicht mit uns trainieren. Er hat es wirklich versucht, aber es war heute unmöglich für ihn. Aber: Das Team hat mit großem Einsatz und einer herausragenden Mentalität gespielt, aber wir müssen besser sein, wenn wir in Bamberg gewinnen möchten.“
So geht’s weiter
Am Freitag reisen die SEAWOLVES nach Braunschweig. Dort steht am Sonntag um 15:00 Uhr das Auswärtsspiel gegen die Basketball Löwen im Kalender (live auf DYN). ehe sie weiter nach Belgrad zu ihrer Premiere im BKT EuroCup reisen werden. Am 29. September treffen sie dort auf Hapoel Midtown Jerusalem, am 3. Oktober treten sie bei den Veolia Towers Hamburg an. Das nächste Heimspiel findet am 06. Oktober um 20:00 Uhr gegen Riga Zelli in der StadtHalle Rostock statt. Tickets sind erhältlich auf tickets.seawolves.de oder an den bekannten Vorverkaufsstellen.
Viertelstände (LUD-HRO): 10:20, 31:24, 16:20, 24:14
Punkteverteilung:
Rostock: Amaize (12), Baggette (nicht eingesetzt), Copeland (12), Crockett Jr. (8), Hartwich (0), Klassen (2), Konontsuk (8), Lansdowne (5), Leuchten (5), Lockhart (3), Stove (13), Withers (10).
Ludwigsburg: Baumer (0), Cartier (5), Danziger (0), Dongmo Temoka (2), Hughes (16), Joplin (2), Leggett (21), Kier (20), Polas Bartolo (4), Perry (0), Rutherford (11), Wohlfarth-Bottermann (nicht eingesetzt).