
3.632 Zuschauer in der StadtHalle Rostock sahen einen Auftakt nach Maß für die ROSTOCK SEAWOLVES. Zum Start in ihre fünfte Saison in der easyCredit Basketball Bundesliga feierten die Wölfe einen 102:92 (61:33)-Erfolg, bei dem fünf Rostocker zweistellig punkteten. Topscorer war der estnische Nationalspieler Artur Konontšuk, der 21 Zähler markierte. Beim Aufsteiger Hagen kam Trenton Gibson auf 20 Punkte.
ROSTOCK SEAWOLVES gegen Phoenix Hagen (61:33)
Die Wölfe kamen hungrig aus der Kabine und legten direkt einen 20:0-Start aufs Parkett. Die Dreier fielen am Fließband; von Dominic Lockhart und Artur Konontšuk, Johnathan Stove traf sogar mit Brett, TJ Crockett Jr. verwandelte aus der Distanz trotz Fouls – dabei waren gerade erst vier Minuten gespielt. Dem Aufsteiger aus Hagen fehlte es an Zugriff, die Rostocker überrollten ihre Gäste regelrecht. Zum Viertelende glänzte Konontšuk mit zehn Punkten in Folge zur zwischenzeitlichen 30-Punkte-Führung (39:9, 9. Min).
Im zweiten Abschnitt wuchs der Vorsprung bis auf 35 Punkte an (48:13, 13. Min). Bis dato hatten die Gastgeber zehn von 16 Dreipunktewürfe verwandelt. Zur Halbzeit lagen sie mit 28 Zählern in Führung und hatten 61 Punkte erzielte – beide Werte erinnerten an den Auftritt gegen Bamberg am 20. April 2025, als sie ebenfalls diese Zahlen bis zur Halbzeit aufgelegt hatten.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste besser aus der Kabine, erzielten die ersten acht Punkte der zweiten Hälfte und verkürzten auf 61:41 (22. Min). Die Wölfe schüttelten sich kurz und nahmen dann wieder in Fahrt auf. DeAndre Lansdowne sorgte per Dreier für das 69:43 (26. Min). Allerdings schien es, als besannen sich die Gäste ihrer Identität und zeigten Comeback-Qualitäten wie der Phoenix aus der Asche. Punkt um Punkt trugen sie den Rückstand ab, spielten nun frech auf und suchten ihr Glück in der Offensive. Adam Kunkel und Trenton Gibson feuerten aus allen Rohren, sodass die über 3.600 Zuschauer in der Rostocker Arena fast noch zittern mussten. Als Bjarne Kraushaar mit einem Dreier den Rostocker Vorsprung plötzlich einstellig werden ließ, ging ein Raunen durch die Massen (90:81, 37. Min). Sollten die Wölfe tatsächlich ein 35-Punkte-Polster verspielen? Dem war nicht so.
Coach Frasunkiewicz rotierte clever, brachte zum Ende des Spiels seine BBL-erfahrenen Guards Lansdowne, Stove und Crockett Jr. zurück, die den Auftaktsieg mit ihren Teamkollegen sicherten. Nach einem Dreipunktespiel von Stove (95:83, 38. Min) verlud Konontšuk zwei Verteidiger für die Entscheidung per Korbleger (97:83, 39. Min). Den Schlusspunkt für die SEAWOLVES setzte Crockett Jr. mit einem Dreier 47 Sekunden vor Schluss. Zur Krönung erhielt auch das Rostocker Eigengewächs Matthes Tilsen noch Einsatzzeit. Unter tosendem Beifall betrat er das Parkett. Er war für Owen Klassen in die Rotation gerückt; der Routinier fehlte aufgrund muskulärer Probleme.
Zahlen, bitte!
19 Dreier zappelten im Korb von Phoenix Hagen – bei 42 Versuchen (45%). Dabei ragte Artur Konontšuk mit fünf Distanztreffern bei nur einem Fehlwurf besonders hervor.
Stimmen zum Spiel
Przemyslaw Frasunkiewicz (Head Coach Rostock): „Ich bin unglaublich glücklich darüber, wie wir losgelegt haben. Wirklich. Mit einer unfassbaren Energie. Wir haben über das ganze Feld verteidigt, sind gelaufen, haben den Ball gut bewegt und miteinander geteilt. Wir waren treffsicher im Abschluss. Das war wirklich großartig – fast eine perfekte erste Halbzeit. Das hat allerdings auch enorm viel Energie gekostet. Ich spiele lieber auf diese Weise und schaue dann, wie wir die zweite Halbzeit angehen. Zu Beginn der Partie waren wir etwas verhalten, aber diese erste Hälfte hat auch gezeigt, welches Potenzial in unserer Mannschaft steckt. Natürlich waren wir sehr glücklich, dass einige schwierige Würfe gefallen sind, darunter auch Dreier über das Brett. Diese Treffer waren eine Folge der Energie, die wir in der Defensive auf das Feld gebracht haben. Defensiv waren wir in der ersten Halbzeit nahezu perfekt. In der zweiten Halbzeit waren wir dann extrem müde. Hagen lag mit fast 30 Punkten zurück, hat anschließend einige schwierige Würfe getroffen und wir haben uns defensiv viele Fehler erlaubt. Deshalb konnten sie am Ende noch 92 Punkte erzielen. Letztlich bin ich aber vor allem froh, dass sich niemand verletzt hat und wir das erste Saisonspiel gewinnen konnten.“
Chris Harris (Head Coach Hagen): „Zuallererst möchte ich Rostock – dem Coach, dem Team, der Stadt – zu einem tollen und verdienten Sieg gratulieren. Wir waren zuletzt vor fünf Jahren zu ProA-Zeiten in der Stadthalle, wobei wir schon damals beeindruckt von dem waren, was hier geleistet wird. Was sich seither bei den SEAWOLVES nochmals getan hat, ist absolut großartig und ein Vorbild für Clubs wie uns. Gleich zu Beginn haben wir zu spüren bekommen, wie physisch das Spiel wird. Wir haben irgendwie versucht, mit unseren Mittel dagegen zu halten, waren aber nicht in der Lage mitzuhalten. Ich kann meine Mannschaft nur dafür loben, wie wir uns gefangen und trotz des Rostocker Dreierregens nie aufgegeben haben.“
So geht’s weiter
Für die SEAWOLVES stehen nun vier Auswärtsspiele am Stück im Kalender. Nach zwei BBL-Partien in Ludwigsburg (24.09.) und Braunschweig (27.09.) reisen die Wölfe nach Belgrad zu ihrer Premiere im BKT EuroCup. Am 29. September treffen sie dort auf Hapoel Midtown Jerusalem, ehe es am 3. Oktober zu den Veolia Towers Hamburg geht. Das nächste Heimspiel findet am 06. Oktober um 20:00 Uhr gegen Riga Zelli in der StadtHalle Rostock statt. Tickets sind erhältlich auf tickets.seawolves.de oder an den bekannten Vorverkaufsstellen.
Viertelstände (HRO-HAG): 39:11, 22:22, 17:26, 24:33
Punkteverteilung:
Rostock: Amaize (7), Baggette (1), Copeland (6), Crockett Jr. (15), Hartwich (2), Konontsuk (21), Lansdowne (10), Leuchten (14), Lockhart (9), Stove (11), Tilsen (0), Withers (6).
Gegner: Bleck (0), Garino (5), Gibson (20), Graves (7), Kraushaar (9), Krutwig (12), Kunkel (18), Omuvwie (4), Polley (9), Uhlemann (8).